KUNDE

Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach mbH (kvgOF)

REGION

Landkreis Offenbach,
Hessen

PROJEKT

kvgOF Hopper
Aktiv seit Juni 2019

Pressemappe

Ein Rufbus als Lösung jenseits städtischer Räume

Zusammenfassung

Seit Ende Juni 2019 bietet die Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (kvgOF) auf Basis der Technologie von door2door den Rufbus kvgOF Hopper als Teil des lokalen Nahverkehrs an. Der neue digitale Service soll auf lange Sicht das bestehende Anrufsammeltaxi (AST) ersetzen und die Feinerschließung der Kommunen vorantreiben. Von dem neuen einheitlichen und flexiblen ÖPNV-Angebot profitieren langfristig rund 350.000 Einwohner und Beschäftigte im Kreis Offenbach. In den ersten sechs Monaten Betrieb konnten bereits mehr als 43.000 Fahrgäste im Ostkreis befördert werden.

Feinerschließung aller Gemeinden im Kreis Offenbach

Der Kreis Offenbach entschied sich im Rahmen des seit 2016 gültigen Nahverkehrsplans für eine konsequente Führung von Linienbussen auf den Hauptrouten, um schnelle und dicht getaktete Verbindungen in den dreizehn Kommunen zu schaffen. Auch die zunehmend wichtigere Feinerschließung innerhalb der einzelnen Stadtteile und Kommunen spielte eine wichtige Rolle im Beschluss des Nahverkehrsplans. Wichtige Anlaufstellen wie das lokal bekannte Ärztehaus, öffentliche Einrichtungen oder der Wochenmarkt in Seligenstadt sollten schnell und einfach für alle Bürger erreichbar sein.

Das Modell AST, bei dem Fahrgäste auf Abruf an Haltestellen einer festen Route zu- und aussteigen, existierte bereits als Ergänzung des Busangebots, um aktuelle Lücken zu schließen. Allerdings fehlte es dem System an gewünschter Flexibilität und öffentlicher Wahrnehmung. Bisherige AST-Linien wurden von unterschiedlichen Betreibern geführt. Somit mangelte es an einem übergreifenden und einheitlichen Angebot mit einfacher Nutzung und dem nötigen Bekanntheitsgrad.

In einem neuen digitalisierten Service lag die Möglichkeit, die veränderten Mobilitätsansprüche der Bürger der Städte und Gemeinden zu berücksichtigen und ihnen ein flexibles, zeitgemäßes Nahverkehrsangebot zu bieten. Diese Überlegungen führten zu einem Auftrag des Kreistages für die Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (kvgOF), im Dezember 2017 einen Rufbus einzuführen.

kvgOF Hopper

Tom Kirschbaum (door2door) und Andreas Maatz (kvgOF) präsentieren zusammen den neuen kvgOF Hopper.

Ein klares Ziel vor Augen

Ausgehend von den sich ändernden Mobilitätsbedürfnissen sah die kvgOF die Chance, Ergänzungsverkehre neu zu strukturieren sowie das bestehende AST-System und den motorisierten Pendlerverkehr langfristig im Kreis Offenbach abzulösen. Die kvgOF setzte sich dabei als Ziel, ein Rufbus-Pilotprojekt im Kreis Offenbach einzuführen, welches der Feinerschließung der Kommunen dienen und zugleich als Zubringer auf der ÖPNV-Achse zu und nach Frankfurt eingesetzt werden sollte. Ziel war es, ein Angebot ohne festen Fahrplan und Linienweg und eine nachfragegerechte Flächenbedienung in Echtzeit zu schaffen. Das Angebot sollte per Smartphone-App angefordert und gebucht und somit wichtige Kern- und Abrechnungsdaten zugänglich gemacht werden können.

Langfristig sollte ein digitaler Service aus einer Hand über den Kreis verteilt mit ein- und derselben Software angeboten werden. door2door als Software-Partner überzeugte dabei nicht nur mit seiner praxiserprobten und ausgereiften Technologie, sondern auch durch die Fähigkeit, ein digitales und nachhaltiges Nahverkehrskonzept umzusetzen. Das Pilotprojekt wurde auf vier Phasen und Gebiete im Kreis angelegt, um die jeweiligen Erfahrungen und Erkenntnisse in die nächsten Umsetzungsschritte einbringen zu können. Für die erste Phase wählte die kvgOF den Ostkreis um Seligenstadt, Hainburg und Mainhausen mit Anbindung an Hanau und seinen 45.000 Bürgern aus.

Durch die Unabhängigkeit von großen Konzernen und als mittelständisches Unternehmen hat door2door uneingeschränkte Handlungsfreiheit in dem Bestreben, den ÖPNV zusammen mit den lokalen Nahverkehrsorganisationen noch besser und flexibler zu machen. Diese Kultur war und bleibt für uns elementar.

DR. GÜNTHER LAMPERSTORFER

Beiratsvorsitzender door2door

Von der Idee bis zur Umsetzung

Anfang 2018 suchte kvgOF Geschäftsführer Andreas Maatz einen Partner mit dem klaren Ziel, den geplanten „Bus-on-Demand” im Kreis Offenbach einzuführen und das klassische Anrufsammeltaxi völlig neu zu gestalten. Dabei wurde die Notwendigkeit einer partnerschaftlichen Lösung für die Umsetzung eines modernen, digitalen und flexiblen Nahverkehrskonzepts für den Kreis Offenbach schnell deutlich. So begann das CONSULTING SERVICES TEAM von door2door mit der Planung des Betriebskonzepts für die erste Phase und führte die Mobilitätsanalyse der örtlichen Gegebenheiten des Ostkreises durch. Der datenbasierte Vergleich von Angebot und Nachfrage ermöglichte gemeinsam mit der lokalen Expertise der kvgOF, ein effizientes Betriebsgebiet und die richtigen Betriebszeiten für den neuen Rufbus zu analysieren. Um das beste Startszenario und den Umfang für den neuen Service identifizieren zu können, wurden Simulationen anhand zuvor festgelegter Faktoren wie der voraussichtlichen Anzahl an Buchungen, Flottengröße, buchbaren Plätze und Betriebsgebiet durchgeführt und verschiedene Szenarien durchgespielt. Mittels der erarbeiteten Daten setzte das Team innerhalb von nur sechs Monaten ein Betriebskonzept als Grundlage für den neuen Rufbus auf. Im Februar 2019 bewilligte der Aufsichtsrat die Umsetzung der ersten Phase im Betriebsgebiet Seligenstadt, Hainburg und Mainhausen.

Roll-Out in nur 12 Wochen

Nach der Entwicklung des Betriebskonzepts mit allen wichtigen Parametern ging der neue Service in die Einführungsphase. Theresa Mayer von door2door war als Projektleiterin für die reibungslose Umsetzung der einzelnen Projektphasen vom Produktkonzept bis hin zum gelungenen Betriebsstart zuständig. Auf Grundlage des partnerschaftlich erarbeiteten Projektplans koordinierte sie einzelne Arbeitsschritte mit den entsprechenden Fachabteilungen der kvgOF und stellt den erfolgreichen Betriebsstart sicher. Insbesondere die Einbindung lokaler Akteure wie Stadträte sowie Bürgermeister und Bürgermeisterinnen der einzelnen Kommunen spielte für die reibungslose Umsetzung des Projekts eine entscheidende Rolle. Durch die umfassende Betreuung und den intensiven Austausch vor Ort stellte door2door sicher, dass der neue Service auf die lokalen Bedürfnisse angepasst wurde und das bestehende Nahverkehrsangebot somit optimal ergänzte.

Bei der Auswahl der Fahrzeuge berücksichtigte die kvgOF Faktoren wie Elektromobilität, Barrierefreiheit, Platzangebot und Komfort und entschied sich letztendlich für eine Flotte mit Mercedes Vito Fahrzeugen sowie teils elektrisch betriebenen LEVC-Fahrzeugen, besser bekannt als „London Taxi“. Ende Mai 2019 beauftragte die kvgOF die MWM-Solutions GmbH aus Berlin zunächst für ein Jahr und anschließend mit einer Verlängerung bis Ende 2020. Das Unternehmen stellte das erforderliche Fahrpersonal und mietete entsprechende Räumlichkeiten für die Disposition und den Fuhrpark in Mainhausen-Zellhausen an. Nach erfolgreicher Trainingsphase mit den Fahrern und ausgeführten Feldtests, war das gesamte Projektteam vor Ort, um die Betriebseinführung des neuen Rufbusses zu betreuen. Gemeinsam wurde der Service in nur 12 Wochen umgesetzt.

kvgOF Hopper

door2door Projekt Managerin Theresa Mayer und Geschäftsführer Tom Kirschbaum beim Launch des kvgOF Hopper.

Während meiner Zeit als Projektleiterin bei der kvgOF in Dietzenbach gab es kein „wir” oder „ihr”. Wir waren ein Team. Zusammen haben wir die Herausforderungen gemeistert und die Freude über den erfolgreichen Start des Hoppers geteilt. Daran denke ich gerne zurück.

THERESA MAYER

Projektleiterin door2door

Markenentwicklung und Positionierung

Um sich erfolgreich im Markt zu etablieren und einen starken Wiedererkennungswert zu erreichen, brauchte der neue Rufbus einen einprägsamen Namen und ein EIGENES BRANDING. Auch in diesem Bereich brachte door2door Expertise und Erfahrung ein und entwickelte nach intensiver Recherche und Marktanalyse ein Markenkonzept, das dem Service eine eigene Identität verschaffte und zugleich den Charakter der Region visuell aufnahm.

Der Kreis Offenbach wird häufig als „Großstadt im Grünen” bezeichnet. Kennzeichnend hierfür stehen die lokal vorkommenden Eichen und ihre tierischen Bewohner. Das Eichhörnchen als Symbol verknüpfte den neuen Service mit Agilität und Flexibilität und war namensgebend für den Namen „Hopper” und das entsprechende Design. Die neu entwickelte Marke wurde in der Fahrgast-App, auf den Fahrzeugen und in Marketinganwendungen wie der eigenen Landingpage umgesetzt.

Dezember 2017
Auftrag des Kreistags Offenbach zur
Umsetzung des 2-jährigen Rufbus
|
Januar 2018
Erster Kontakt kvgOF und door2door
und Auswahl des Partners
|
April 2018
Offizieller Projektstart: Betriebskonzept-
Workshop in Dietzenbach
|
Oktober 2018
Das Betriebskonzept ist finalisiert
|
Februar 2019
Der Aufsichtsrat bewilligt den Start des
Pilotprojekts für Phase 1 (Ostkreis)
|
März 2019
Produktkonzept-Workshop und
Hopper-Markenentwicklung
|
April 2019
Roll-Out beginnt
|
Juni 2019
Start der Testphase
|
August 2019
Offizieller Betriebsstart nach
Experimentierklausel
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August 2019
Einführung Telefonbuchung
|
März 2020
Einführung PayPal-Zahlung und
Vorausbuchungsfunktion

Der kleine Bus, der immer kann

Der Name kvgOF Hopper kommuniziert spielerisch das Konzept des Rufbusses: „Der kleine Bus, der immer kann: mit dem Hopper schnell und flexibel zum Wunschziel”. Innerhalb kürzester Zeit wurde der Hopper rund um den Ostkreis zu einem festen und gängigen Begriff. Einwohner aus Seligenstadt, Hainburg und Mainhausen „hoppen” zum Supermarkt, zur Arztpraxis oder zum nächsten Bahnhof. Das Branding verhalf dem Hopper zu mehr Sichtbarkeit im Ostkreis und erhöhte damit zugleich dessen Bekanntheitsgrad.

Das liebevoll durchdachte Branding und die Namensgebung waren ausschlaggebend für den erfolgreichen Start des neuen Ergänzungsverkehrs im Ostkreis. door2door hat durch seine bisherigen Erfahrungen im Bereich Rufbus – gepaart mit kreativer Ader und einem Auge fürs Detail – erheblich dazu beigetragen, dass unsere Fahrzeuge nicht nur zu einem absoluten Hingucker geworden sind: Durch den Ostkreis „hoppen“ ist sogar zum neuen Sprachgebrauch in den Kommunen geworden.

ANDREAS SCHÜRRLEIN

Qualität, Betrieb, Kundeninformation kvgOF

So funktioniert der Hopper

Wenn ein Fahrgast einen Fahrtwunsch hat, gibt er den Zustiegs- und Ausstiegspunkt in der Hopper-App an. Wohnortnah werden Fahrgäste in Gruppen von maximal sieben Personen pro Fahrzeug auf der automatisch ermittelten idealen Route zu den gewünschten Ausstiegspunkten gebracht. Den jeweils optimalen Zustiegs- und Ausstiegspunkt bekommen sowohl der Fahrgast als auch der Fahrer auf den entsprechenden App-Displays angezeigt. Die Route sowie alle zu- und ausgestiegenen Fahrgäste lassen sich in der Zentrale von den Disponenten in Echtzeit verfolgen. Die Hopper-App verwaltet darüber hinaus Nutzerdaten und erledigt automatisch den Bezahlvorgang. Zudem ist in der App eine Funktion integriert, die es Rollstuhlfahrern ermöglicht, ein barrierefreies Fahrzeug zu buchen.

kvgOF Hopper Startbildschirm

Startbildschirm der kvgOF Hopper-App

kvgOF Hopper App

Buchung über die kvgOF Hopper-App

Konstante Weiterentwicklung des Service

Das neue digitale Angebot erfreute sich wachsender Beliebtheit und wurde basierend auf Kundenfeedback und den Erfahrungen im Betrieb konstant weiterentwickelt. Schon nach zwei Monaten Betrieb wurden neue Features für den Hopper umgesetzt. Um noch mehr Kunden für den Service anzusprechen und Nutzern ohne Smartphone den Zugang im Sinne der Daseinsvorsorge zu erleichtern, führte die kvgOF zu Mitte August 2019 zusätzlich die telefonische Buchung ein. Nutzer können seitdem Bestellungen auch per Telefon an die Disponenten in der Zentrale in Mainhausen übermitteln und sich so einen Platz im Hopper sichern. Auch kann die Fahrt seit August in der Fahrgast-App bewertet werden. Die kvgOF erhält durch diese Funktion wertvolles Feedback für weitere Verbesserungen des neuen Service. Auch künftig werden Parameter wie Warte- und Umwegzeiten in der App überprüft, um die Verfügbarkeit und Auslastung und damit auch die Fahrzeugproduktivität zu optimieren.

Ende 2019 führte die kvgOF eine Umfrage zur Zufriedenheit und zum Nutzerverhalten unter den Hopper-Nutzern durch. Neben viel positivem Feedback kristallisierte sich der Wunsch nach einer Möglichkeit zur Vorausbuchung sowie zur Zahlung mit dem Bezahldienstleister PayPal heraus. Die kvgOF wertete die Kundenwünsche aus und setzte zusammen mit door2door beide Funktionen Anfang 2020 um. Fahrgäste können seitdem eine Fahrt im Voraus unter Angabe der gewünschten Abhol- bzw. Ankunftszeit buchen. Diese Funktion bietet den Nutzern zukünftig noch mehr Planungssicherheit, um Termine einzuhalten oder, gerade auch für Pendler, an zentralen Umsteigepunkten S-Bahnen und Züge verlässlich zu erreichen.

Unsere Kunden lieben den Hopper und tragen immer neue Ideen an uns heran. Gemeinsam mit door2door lernen wir aus den neuen Anforderungen und arbeiten an einer Umsetzung zur stetigen Optimierung unseres Services.

ANDREAS MAATZ

Geschäftsführer, kvgOF

Zukunftspläne für den Kreis Offenbach

Nach der erfolgreichen ersten Phase, in der bereits in den ersten acht Monaten Betrieb mehr als 43.000 Fahrgäste im Ostkreis befördert wurden, soll es im Herbst 2020 mit der zweiten Phase weitergehen, um das Gebiet Mitte-Nord mit Mühlheim, Heusenstamm und Obertshausen zu erschließen. In dem Gebiet mit 72.000 Einwohnern soll ein Betrieb mit 15 Fahrzeugen von Montag bis Sonntag 24 Stunden am Tag eingeführt werden. Die bisherigen Stadtbus- und AST-Linien sollen – wie auch schon im Ostkreis – durch den Hopper ersetzt werden. Zudem können so auch die Flotten sukzessive ausgebaut werden, um dem langfristigen Ziel, den individuellen PKW-Verkehr abzulösen und das Mobilitätsverhalten Schritt für Schritt nachhaltig zu ändern, näher zu kommen. Ziel ist es, bis Ende 2021 das On-Demand-Angebot kreisweit einzuführen und für alle 350.000 Bürger des Kreis Offenbachs verfügbar zu machen. Die innovativen Maßnahmen in dem Pilotprojekt werden seit Oktober 2018 bis Ende 2021 vom Land Hessen mit bis zu einer Million Euro gefördert. Im Dezember letzten Jahres erhielt die kvgOF für die Fortsetzung und den Ausbau des Projekts eine Anschubfinanzierung des BMVI für die kommenden vier Jahre.

Pressemappe
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