KUNDE

Stadtwerke Münster
(SWMS)

REGION

Münsters Süden,
Nordrhein-Westfalen

PROJEKT

LOOPmünster
Aktiv seit September 2020

Pressemappe

Stadtwerke Münster schließen ÖPNV-Lücke mit neuem Rufbus-Angebot

Zusammenfassung

Am 1. September 2020 starteten die Stadtwerke Münster mit dem LOOPmünster ein neues Nahverkehrsangebot für die Bürgerinnen und Bürger: ein Rufbus, wo sonst keiner fährt. Über eine App rufen die Kunden ein mit Ökostrom betriebenes, barrierefreies London-Taxi, das die Fahrgäste schnell und umweltschonend an ihr Ziel bringt. Unterwegs ist der LOOPmünster zu den gewohnten ÖPNV-Betriebszeiten unter der Woche von 5 Uhr morgens bis 2 Uhr am nächsten Tag, am Wochenende sogar rund um die Uhr. LOOPmünster ist damit das nach der wöchentlichen Betriebszeit größte On-Demand-Projekt in Nordrhein-Westfalen und eines der größten in Europa. Das Pilotprojekt ist auf drei Jahre angelegt und wird durch das Land NRW und die Stadt Münster mit fünf Millionen Euro im Rahmen von „Mobil.NRW – Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum“ gefördert.

LOOPmünster

LOOPmünster ist flexibel, orientiert sich am Bedarf der Nutzer und ist einfach digital buchbar.

LOOPmünster ist flexibel, orientiert sich am Bedarf der Nutzer und ist einfach digital buchbar. Gerade im ländlichen Raum brauchen wir solche attraktiven Mobilitätsangebote, damit die Menschen auf Bus und Bahn umsteigen. Das Konzept der Stadt und der Stadtwerke Münster hat uns im Landeswettbewerb für einen innovativen ÖPNV im ländlichen Raum überzeugt.

HENDRIK WÜST

Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen

Ein klares Ziel vor Augen

Die Stadt Münster ist in den vergangen Jahren stark gewachsen, wodurch sich die Mobilitätsansprüche und somit auch die Anforderungen an den ÖPNV verändert haben. In einem neuen digitalisierten Service lag die Chance, die veränderten Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger zu berücksichtigen und ihnen ein flexibles, zeitgemäßes und bedarfsgerechtes Nahverkehrsangebot zu bieten. Die Stadtwerke Münster setzten sich dabei als Ziel, ein Rufbus-Pilotprojekt einzuführen, welches der Anbindung neuer Quartiere und vorher nicht optimal erschlossener Gebiete dienen und zugleich die Lebensqualität in der Stadt verbessern sollte. Hiltrup in Münsters Süden wurde aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens und der schlechten ÖPNV-Anbindung für die Erprobung eines neuen flexiblen und flächendeckenden Angebots ausgewählt.

Stadt und Stadtwerke erhoffen sich neben den Verbesserungen für die ÖPNV-Nutzer auch weitere Erkenntnisse zu Möglichkeiten, mit digitalen Angeboten klimafreundlichen Nahverkehr zu stärken und die Verkehrswende voranzubringen. „Der neue LOOPmünster ist gleichzeitig sehr flexibel und bequem für die Münsteranerinnen und Münsteraner, reduziert dabei aber auch Autofahrten und unterstützt so unsere Klimaziele,” so Oberbürgermeister Markus Lewe. Die Erkenntnisse im Bezug auf Praktikabilität, Nutzen und Kosten sowie Umweltschutz werden im „Masterplan Mobilität 2035+” der Stadt Münster zur Verkehrswende berücksichtigt. Das ganzheitliche Konzept dient als zentrales Instrument, um Ziele, Strategien und Maßnahmen für den Weg zur Mobilitätswende zu erarbeiten. „Wir sehen unseren Auftrag darin, unseren Kundinnen und Kunden den Alltag zu erleichtern und möchten daher bis 2025 eine Mobilitätsplattform aufbauen, die alle Arten von nachhaltiger Mobilität zusammenfasst“, erklärt Frank Gäfgen, Geschäftsführer Mobilität der Stadtwerke.

In nur 90 Tagen zum neuen Rufbus: Der LOOP bietet ein dichteres, lückenloses ÖPNV-Angebot in Münster.

Schließung einer vorhandenen ÖPNV-Lücke

Mit diesem neuen Angebot schließen die Stadtwerke Münster eine weitere ÖPNV-Lücke, denn Münster-Hiltrup, der größte Stadtteil Münsters, war zuvor nicht flächendeckend an die Stadt angebunden. Das ändert sich mit dem Start des neuen Rufbusses deutlich: Zu Bahnhöfen, wichtigen Haltestellen und Orten von besonderem Interesse besteht nun durch den LOOPmünster eine Direktverbindung und damit Nahverkehr in zuvor nicht vorhandener Qualität und Zuverlässigkeit. Der als Linienverkehr konzessionierte digitale Rufbus bedient zusätzlich zu den bestehenden physischen Bushaltestellen 470 virtuelle Haltestellen, die durch door2doors datenbasierten Vergleich von Angebot und Nachfrage für das Gebiet umgesetzt wurden. Auch die fußläufige Erreichbarkeit des ÖPNV verbessert sich enorm, denn die Haltestellendichte hat sich durch das neue Angebot verdreifacht. Das Betriebsgebiet von rund 40 Quadratkilometern umfasst die Stadtteile Hiltrup, Amelsbüren, Berg, Fidel, Mecklenbeck, Düesberg, Teile von Geistviertel sowie umliegende Wohn-und Gewerbegebiete wie die Lodenheide. Insgesamt können rund 55.000 Menschen von dem flexiblen, flächendeckenden Angebot profitieren.

LOOPmünster

Mit 470 neuen Haltestellen verdichtet der LOOPmünster das ÖPNV Angebot in Münsters Süden.

Mit der Digitalisierung können wir durch bessere Vernetzung der Angebote und neue On-Demand-Dienste viele Lücken im ÖPNV-Netz schließen. Einen Bus per Handy rufen – das ist bürgerfreundlich, innovativ und macht unseren Nahverkehr noch besser. Ich freue mich, dass dies mit einer Entwicklung aus Deutschland möglich wird und hoffe, dass viele weitere Städte und Gemeinden ihr ÖPNV-Angebot digital ergänzen.

ANDREAS SCHEUER

Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur

Umsetzung in Rekordzeit von 90 Tagen

Das Betriebs- und Produktkonzept wurden von door2door entwickelt und innerhalb von nur 90 Tagen mit der Stadt und den Stadtwerken Münster umgesetzt. Max Webers von door2door war als Projektleiter für die operative und technische Umsetzung der einzelnen Projektphasen von Aufnahme der Anforderungen bis hin zum gelungenen Betriebsstart zuständig. Effizienz und Produktivität in der Zusammenarbeit wurden durch regelmäßigen Austausch und maximale Transparenz auf beiden Seiten sichergestellt. door2door schulte zudem das Projektteam vor Ort, das dann intern Trainings durchführte –  für den Projekterfolg war dies ein entscheidender Beitrag. „Der bereits in der ersten Betriebswoche äußerst erfolgreiche LOOPmünster wurde in nur 10 Wochen geliefert. Voraussetzung für diese effiziente Implementierung war die enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit der Stadtwerke Münster und door2door. Auch Mut Prioritäten zu setzen, alle Fragen zu stellen und direktes Feedback zu geben, gehört zu diesem Erfolgsrezept dazu“, so Max Webers.

Umweltfreundlich unterwegs

Insgesamt fahren elf LOOPmünster-Rufbusse durch Münsters Süden. Die emissionsarmen Plug-In-Hybridfahrzeuge des Taxi-Modells LEVC TX sind hauptsächlich elektrisch und damit leise und ohne Abgase unterwegs. Um die emissionsfreie Fahrt zu gewährleisten, wurden die Fahrerinnen und Fahrer zusätzlich geschult. Die Fahrzeuge mit über 100 Kilometer rein elektrischer Reichweite beziehen an mehreren Ladestationen im Betriebsgebiet Ökostrom. Von den für den LOOPmünster neu installierten Ladestationen profitiert auch die Allgemeinheit: Jeweils einer von zwei Ladepunkten pro Säule ist für die Öffentlichkeit nutzbar. Die London-Taxis haben sechs Sitzplätze und sind durch eine ausfahrbare Rampe auch für mobilitätseingeschränkte Personen mit Rollstuhl oder Rollator nutzbar. Für die Fahrt mit dem LOOPmünster wird kein Aufpreis erhoben und es gelten die normalen ÖPNV-Ticketpreise, einschließlich Abos, Semestertickets und Zeittickets. Zudem können per App auch Einzelfahrkarten erworben werden. „Besonders wichtig war uns, dass die Fahrgäste keinen Aufpreis bezahlen. Eine Fahrt mit dem LOOPmünster gibt es zum normalen ÖPNV-Tarif. Wer also ein Abo hat, zahlt nichts extra und das 90 Minuten-Ticket gilt in den kleinen Bussen genauso wie in den großen. Wir sind überzeugt davon, dass das Projekt den klimafreundlichen Nahverkehr stärken wird. Funktioniert das, können wir uns vorstellen, auch in anderen Bezirken ein ebenso smartes Angebot einzuführen“, erklärt Stadtbaurat Robin Denstorff.

LOOPmünster

Im LOOPmünster befinden sich sechs Sitzplätze und durch eine ausfahrbare Rampe ist er auch für mobilitätseingeschränkte Personen mit Rollstuhl oder Rollator nutzbar.

Juni 2019
Erster Austausch SWMS und door2door
zum Thema Ridepooling
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Dezember 2019
Lab4Mobility Veranstaltung
bei door2door
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März 2020
Bewerbung „Hiltrup On-Demand”
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Juni 2020
Auftaktveranstaltung in Münster
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Juni 2020
Grafiken, Design und Konfiguration finalisiert
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Juli 2020
SWMS-interne Trainer werden
durch door2door geschult
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Juli 2020
Test-Applikation veröffentlicht
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August 2020
Training und Einsatz
auf Straßen in Münster
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August 2020
Veröffentlichung der finalen App
in den Stores
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August 2020
Pressekonferenz
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September 2020
Betriebsstart
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Oktober 2020
Über 15.000 beförderte Fahrgäste

So funktioniert der LOOPmünster

Wenn ein Fahrgast einen Fahrtwunsch hat, gibt er den Zustiegs- und Ausstiegspunkt in der LOOPmünster-App an. Es können Fahrten von und zu 700 Haltestellen im Bediengebiet gebucht werden. Der LOOPmünster fährt ohne starren Fahrplan auf fast direktem Weg zur ausgewählten Haltestelle. Wohnortnah werden Fahrgäste gebündelt (maximal sechs Personen pro Fahrzeug) und auf der automatisch ermittelten idealen Route zu den gewünschten Ausstiegspunkten gebracht. Zudem ist in der App eine Funktion integriert, die es Rollstuhlfahrern ermöglicht, ein barrierefreies Fahrzeug zu buchen.

LOOPmünster Startbildschirm

Startbildschirm der LOOPmünster-App

LOOPmünster App

Buchung über die LOOPmünster-App

Loop ist jetzt schon ein Erfolgsmodell. Ziel muss es nun sein, das Projekt in ganz Münster zu implementieren.

MARKUS LEWE

Oberbürgermeiser Münster

Erste Erfolge schon nach einigen Wochen Betrieb

Gemeinsam mit den Stadtwerken Münster wertet door2door die Betriebsdaten, Auslastungen und Fahrgastzahlen laufend aus, um den Service kontinuierlich zu verbessern. Schon kurz nach Betriebseinführung zeigen sich große Erfolge: In den ersten zwei Monaten haben über 33.000 Fahrgäste Gebrauch von dem neuen Angebot gemacht. Bei 44 Prozent der Fahrten werden mehrere Fahrgäste „gepoolt”, also nacheinander abgeholt und zum Ziel gebracht. Seit Anfang Oktober 2020 kann der LOOPmünster auch per Telefon gebucht werden, sodass auch Fahrgäste, die kein Smartphone besitzen, die Vorteile des modernen Mobilitätsangebots nutzen können. Der Zuspruch der Bevölkerung in Münster ist groß und das Feedback erfreulich: „Eine sehr gute Idee, vor allem auch weil der ÖPNV-Tarif gilt. Ich denke, dass das die Zukunft des ÖPNV ist. Flexibel ohne festen Fahrplan und bald werden diese Kleinbusse autonom fahren”, sagt ein Nutzer. Erfreulich ist auch die hohe Anzahl von Buchungen für Rollstuhlfahrten. Aufgrund der hohen Nachfrage und der hohen Auslastung der Fahrzeuge ist eine Erweiterung der Flotte noch im Dezember 2020 geplant. Mittelfristig soll der digitale Service außerdem auf weitere Stadtteile ausgeweitet werden.

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